Lingo

(For english translations see below.)


“Lingo” präsentiert ein Trio, dass seine stärksten Wurzeln eindeutig im Jazz hat, aber nach allen Seiten hin offen, vor allem afrikanischen und karibischen Einflüssen gegenüber aufgeschlossen ist. Stefan Bauer (www.stefanbauer.net), der sich zu einem der besten Malletspieler der internationalen Szene entwickelt hat, an Vibraphon und Marimba, Claudio Puntin an den Klarinetten und Marcio Doctor mit einem originellen Percussion- und Drumset sind gleichberechtigt interagierende Partner, jeder begleitet jeden, alle haben rhythmische wie melodische Gestaltungsfunktionen in lebendigen, humorvollen Interaktionen. Vor allem das dunkle und warme Timbre der Bassklarinette neben lebendigen Marimba- und Handtrommelpatterns kann für sich einnehmen. Bei dieser Vielfalt von Patternkombinationen kommt keine Langeweile auf, trotzdem hat das Trio einen unverwechselbaren Sound. Schon die vielen ungeraden Taktarten. Nur das Ende der CD kommt mit einem kurzen zweiteiligen Stück etwas abrupt.


Content:**** Produktion:***

– Michael Weil, Percussion Creativ Newsletter



Eine angenehme Ueberraschung und eine kleine Offenbarung ist die Produktion
“Lingo” des Trios um Stefan Bauer (Bibrafon, Marimba).Stilistisch erstreckt sie sich von Jazz über “globale” Folklore hin zu an Steve Reich erinnernde Strukturen und fasziniert mit einfühlsamem, geradezu pittoreskem Ensemblespiel (Claudio Puntin an der Klarinette, Marcio Doctor an der Perkussion).Dabei changiert die “Klanglichkeit” der Instrumente zeitweise fliessend zwischen Perkussivem und Melodiösem.


— Vml, Jazzthing 02/2002



“Wanderer zwischen den Welten” und “einer der originellsten Konzeptionalisten der improvisierten Musik” heisst es von Stefan Bauer, dem inzwischen in NY lebenden Vibraphonisten, der auf dieser mit dem WDR zusammen produzierten CD auf der Marimba und der Vibraharp vertreten ist. Seine Kompositionen stehen im Mittelpunkt des Geschehens, wie seine meist tonangebenden Instrumente. Vor allem die Marimba vermittelt einen Grundklang, der von Puntins sehr abstrakt-cooler Klarinette, noch stärker von der Bassklarinette vertieft wird. Zu dem in Köln lebenden Schweizer Puntin, einem der wichtigen europäischen Grenzgänger zwischen den aktuellen Musikgenres, passen die Eingangsworte gleichermassen. Wie der Name eines der neun Titel “Bizarre” verrät, kann man diese Musik als bizarr beschreiben. Neben dem Klanggerüst sind es afrikanische und andere gebrochene Rhythmen, die das Profil der Aufnahme ausmachen, den Eindruck eines mechanischen, andauernden Schwebens vermitteln. Die beiden Stimmen von Bauer und Puntin ordnen sich diesen Rhythmen unter, orientieren sich an ihnen oft einstimmig, nutzen sie als Boden der Entwicklungslinien ihrer sehr anspruchsvollen und gelungenen solistischen Ausflüge. Dadurch ist auch die Rolle von Marcio Doctor, des aus Argentinien stammenden und in Hamburg lebenden Perkussionisten klar umrissen, eine Rolle, die er makellos ausfüllt. Insgesamt bringt die CD ein sehr eigenwilliges, vordergründig manchmal eintönig klingendes, aber mit grosser Spannung ausgefülltes Konzept, das die eingangs herausgestellte besondere Originalität vermittelt.


— Hans-Jürgen von Osterhausen, Jazzpodium 3/2002




Kurz vor Redaktionsschluss flatterte diese CD uns noch ins Haus und somit in die aktuelle Ausgabe. Stefan Bauer/Marimba und Vibraharp, Claudio Puntin/Bassklarinette und Klarinette sowie Marcio Doctor an den Handtrommeln und der Perkussion mit “Lingo” ein neues Werk veroeffentlicht. Im weitesten Sinne koennte man es in der Kammermusik-Jazz-Abteilung ewinordnen, wuerde aber damit den Kuenstlern und ihrer Arbeit nicht gerecht werden.
Was die drei hier bieten, sind ausgefeilte Klangcollagen, Filmmusik zu
imaginären Szenen und Arrangements, in denen jeder zwischen Rhythmus- und
Melodie-Instrument wechselt. Extrem kreativ, teils virtuos und immer überaus
musikalisch. `Lingo´ von und mit Stefan Bauer, Claudio Puntin und Marcio
Doctor.


— drums & percussion 3/2002, Platte des Monats




English Translations


“Lingo” is a trio that has its strongest roots clearly in jazz,yet is still open to all directions, particularly to
African and Caribbean influences.


Stefan Bauer (www.stefanbauer.net), who has developed into one of the best mallet players on the
international scene, plays vibraphone and marimba, Claudio Puntin clarinets and Marcio Doctor an
original percussion and drum set. They are equally interacting partners, each accompanying the other,
each of them having rhythmic and melodic functions in their vital and humorous interactions. Especially
attractive is the dark and warm timbre of the bass clarinet alongside animated marimba and hand drum
patterns. With the various pattern combinations of patterns and tempos, there is no boredom. However,
the trio has a distinguished sound. Take all the odd meters. Only at the end does the CD stop somewhat
abruptly with a short two part piece.


Content:**** Production:***


– Michael Weil, Percussion Creative Newsletter



A pleasant surprise and a tiny revelation is the group, “Lingo”, a trio built around Stefan Bauer
(vibraphone, marimba). Stylistically it stretches from jazz over “global” folklore to structures that remind
you of Steve Reich. It fascinates with sensitive, almost picturesque ensemble playing. (Claudio Puntin on
clarinet, Marcio Doctor on percussion). The instruments’ ‘sonority’ moves fluidly between the percussive
and the melodic.


– Vml, Jazzthing 02/2002




“Wanderer between the worlds” and “one of the most original conceptualists of Improvised music” are
quotes about Stefan Bauer, now living in NY. The vibraphonist moves from marimba to vibes with this
CD co-produced with WDR (West German Radio). His compositions as well as his instruments are at the
center of the action. The marimba especially provides a basic sound that is heightened by Puntin’s
abstract cool clarinet, and even more so by the bass clarinet. The opening phrase is equally suited to fit
Puntin, a Swiss living in Cologne, and one of the important European frontier runners of current
musical genres.


As the name of one of the nine titles — “Bizarre” — indicates, one could indeed describe the music as
bizarre. Aside from the sound structure, it is African and other broken rhythms that provide the pulse of
this recording and that create the impression of an almost mechanical, continuous floating feel. Bauer
and Puntin submit to these rhythms, homing in on them together and using them as the foundations for
their very ambitious and successful solo explorations. This clearly lays out the role of Marcio Doctor, the
Argentinian percussionist who lives in Hamburg, one he fills out immaculately.


Altogether the CD presents a very individualistic concept that on a superficial level sounds homogenous
at times, but, however, is being instilled with unexpected moments– a concept that comes across as
particularly original.


– Hans-Jürgen von Osterhausen, Jazzpodium 3/2002